Nach meinem Verständnis soll Frauenpolitik allen Frauen, die in Österreich leben, nützen, sie in ihrer jeweiligen Situation stärken und unterstützen. Wir Frauen sind so unterschiedlich wie die Sterne am Himmel. Frauenpolitik muss sich daher an Frauen in allen Phasen ihres Lebens richten, jeweils individuell getroffene Entscheidungen respektieren und die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen.
Mein Ziel ist, Frauen den Rücken zu stärken und zu helfen, die eigenen Potentiale und Chancen zu erkennen und zu nutzen, um selbstbestimmt leben zu können.
Dazu gibt es verschiedene frauenpolitische Instrumente.
Gesetze wie das Gleichbehandlungsgesetz bieten den Rahmen, um sich gegen Benachteiligungen in der Arbeitswelt zu wehren:
http://www.ris.bka.gv.at/bundesrecht/
- Bundesgesetz über die Gleichbehandlungskommission und die Gleichbehandlungsanwaltschaft - GBK/GAW-Gesetz StF: BGBl. Nr. 108/1979, geltende Fassung BGBl. I Nr. 82/2005
- Bundesgesetz, mit dem ein Bundesgesetz über die Gleichbehandlung (Gleichbehandlungsgesetz - GlBG) erlassen und das Bundesgesetz über die Gleichbehandlung von Frau und Mann im Arbeitsleben (Gleichbehandlungsgesetz) geändert werden StF: BGBl. I Nr. 66/2004
- Bundesgesetz über die Gleichbehandlung im Bereich des Bundes (Bundes-Gleichbehandlungsgesetz - B-GlBG) BGBl. I Nr. 165/2005
- Durch den Verweis auf die §§11 ff Bundes-Gleichbehandlungsgesetzes im Sozialrechtsänderungsgesetz 2006 wurde eine wesentliche Grundlage für eine verbesserte Frauenförderung in den Sozialversicherungsträgern geschaffen. Dazu gehören die Beachtung des Frauenförderungsgebotes, die Schaffung von Frauenförderplänen und die vorrangige Aufnahme von Bewerberinnen bei gleich guter Eignung sowie die vorrangige Zulassung von Frauen zur Aus- und Weiterbildung. BGBl. I Nr. 1312006
Gesetze allein genügen aber nicht, um strukturelle Benachteiligungen und Diskriminierungen, zur Gänze abzuschaffen. Politische Arbeit erfolgt gerade in einer hochentwickelten Demokratie durch weitergehende Maßnahmen der Gesellschaftsgestaltung.
In der Folge möchte ich einige ausgewählte Beispiele aus meiner Arbeit im Team des Frauenministeriums geben:
Dazu gehören Pilotprojekte mit strategischen Partnern, die zur Nachahmung einladen, wie die Erarbeitung von Grundlagen für eine geschlechtergerechte Spitalsorganisation.
Leitfaden-GM (pdf, 654 KB)
Dazu gehören aber auch neue Strukturen, wie das Business Mentoring Programm für Frauen, das seit 2004 vom Frauenministerium angeboten wird: http://www.frauenmentoring.net
Die Beratung von Frauen in ihrer jeweiligen Lebenssituation ist ein Eckpfeiler der österreichischen Frauenpolitik. Neben den Frauenberatungsstellen bietet auch das Nachschlagewerk "Frauenratgeberin", das 2005 neu aufgelegt wurde, wichtige Informationen: http://www.frauenratgeberin.at
Frauen sind anders - Männer auch! Zweck der geschlechtssensiblen Medizin ist eine adäquate, geschlechtergerechte medizinische Versorgung von Männern und Frauen. Mehr darüber lesen Sie im zweiten österreichischen Frauengesundheitsbericht.
Frauengesundheit war auch einer der drei frauenpolitischen Schwerpunkte der EU Präsidentschaft die generell das Ziel hatten, die Frauenrechte zu stärken.
Der zweite Schwerpunkt lag in der Bekämpfung der traditionsbedingten Gewalt gegen Migrantinnen. Erstmalig wurde dieses Thema zum Hauptgegenstand der Diskussionen auf Ebene der Gleichstellungsminister/innen gemacht und mit einem von Frauenministerin Rauch-Kallat geschaffenen internationalen Netzwerk nachhaltig verankert: http://www.naht.info
Die leider hartnäckig anhaltende Einkommensungleichheit zwischen Männern und Frauen kann nur durch Zusammenwirken aller Beteiligten weiter bekämpft werden. Am 22. Mai 2006 veranstaltete der österreichische Vorsitz gemeinsam mit der EU Kommission im Beisein von Frauenministerin Rauch-Kallat und Gleichstellungskommissar Spidla eine Fachkonferenz, die erstmals zusätzliche zu den Expert/innen aus der Verwaltung auch Vertreter/innen aller Sozialpartner sowohl auf EU-Ebene als auch aus den Mitgliedstaaten versammelte.
GPG_Dokumentation_2006 (pdf, 1,011 KB)
Unter österreichischem Vorsitz hat auch der Europäische Rat (bestehend aus den Staats- und Regierungschefs) am 23. und 24. März 2006 zum ersten Mal seit Jahren die Gleichstellungspolitik wieder hoch auf seine Tagesordnung gesetzt and auch den von Schweden angeregten Pakt für Gleichstellung in allen wirtschafts- und beschäftigungspolitischen Massnahmen angenommen:
http://www.eu2006.at/de/News/Council_Conclusions/2403EuropeanCouncil.pdf


